Nützliches

RE: Andere Sprache, anderes Denken?

 von Pritze , 21.07.2011 14:39

Ich halte das insgesamt für eine gelungene Zusammenfassung unseres Schriftwechsels.

Ein Problem sehe ich darin, daß es so schwierig ist, sich die im Unterbewußtsein, gleichsam ungefragt ablaufenden Prozesse zu veranschaulichen.

Mir erschließt sich nicht ganz, wieso Du Immersion mit Spracherwerb durch Bilder gleichsetzt? Du verlagerst die Frage, wie wir nicht oder nur sehr schwer bildlich vorzustellende Begriffe erlernen, im Wesentlichen nur in eine andere Sprache.

Sprache steht immer im Zusammenhang, ist ein Prozeß und nie eine Einbahnsprache (edit: Ich lasse den hübschen Assoziationsfehler stehen.). Daher halte ich Dein "Das Denken formt die Sprache, nicht umgekehrt." für eine Verkürzung, die nur die halbe Wahrheit ist. Wenn es so wäre, wie Du behauptest, könnten sich bspw. all die Effekt-Feministinnen und Schein-Liberalen die Mühe sparen, weibliche Formen für alle möglichen Bezeichnungen durchzuboxen, bis hin zu Mitgliederin (!) und Salzstreuerin. (Und es wären auch die Bemühungen derer in ihrem Erfolg eingeschränkt, die sich wirklich und glaubwürdig für Gleichstellung und Gleichberechtigung abseits von Quoten und Privilegien einsetzen.)
Man könnte auch der Frage nachgehen, inwieweit in sozial schwachen Haushalten die entsprechende Sprache für die verminderten Chancen der Kinder eine Rolle spielt. So mancher Psychologe bzw. Psychotherapeut wird Dir bestätigen, daß das bewußte Vorsprechen positiver Formulierungen helfen kann, um schädliche negative Denkweisen aufzubrechen, zu beeinflussen, zu wandeln. Wenn man sich nur oft genug vorspricht (und auch "vordenkt"), daß das Glas halbvoll (oder halb voll nach neuer Schreibe) ist und nicht - wie man denkt - halb_leer, wird man irgendwann auch denken, daß es halbvoll ist. Da lassen sich noch viele Beispiele finden.

Damit will ich zwar nicht behaupten, daß ein paar Angliszismen zum Untergang des deutschen Abendlandes führen. (Dafür sorgen wir schon mit wirksameren Mitteln.) Aber ganz ohne Wirkung bleiben die nicht. Wie man das bewertet, bleibt ja jedem selbst überlassen.

PS: Nach dem betont garstigen Abschnitt über "Frauenrechtlerinnen" kommt hier bestimmt Leben ins Forum. :-)


Pritze
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